Halli Hallöle meine Lieben!
Wie ihr gemerkt habt war ich eine weile inaktiv. Wobei "eine Weile" in meinem Falle ein halbes Jahr beträgt. Es kam leider viel zu viel dazwischen: Schule, Privates, etc.
Eigentlich wollte ich zwischendurch doch mal wieder etwas posten, ganz so beschäftigt war ich dann doch nicht. Nur leider blieb es bei diesem undurchsichtigen eigentlich. Es ist nicht so, dass ich das Schreiben komplett fallen gelassen habe. Nein, nein! Im Gegenteil. Ich war so produktiv wie schon lange nicht mehr. Ich verbrachte mehrere Abende damit wie eine Wahnsinnige auf die Tasten zu hämmern und meinen armen Laptop so zu misshandeln. Und nun habe ich ein Buch geschrieben und es überarbeitet. Ich bin noch am überlegen, ob ich mich auf die Suche nach einem Verleger machen sollte, da das Werk doch etwas privatere Dinge aufgreift und aufarbeitet.
Ich schweife schon wieder ab, verzeiht. Also wie gesagt, geschrieben habe ich viel, auch meine geliebten Kurzgeschichten nur ich hatte nicht den Nerv dazu sie zu posten, da mysteriöserweise immer Teile gelöscht werden, sobald ich sie hier rein kopiere, sodass ich jeden meiner Texte nochmals durchlesen muss um zu gucken, was Blogger aus langeweile mal wieder nicht übernommen hat. Eventuell gefallen dem Blogportal meine Texte auch nicht, wer weiß?
Aber ich gebe dich Schuld keinesfalls der Internetseite. Nein! Wie könnte ich nur? Bekanntlich sitzen 98% der Computerfehler vor dem Rechner. Und ich selbst bin technisch eine NULL. Mit Informatik kann ich garnichts anfangen. Null. Nada. Njente.
Versuchen mich mit diesem Thema vertraut zu machen, wäre ca. so effektiv wie zu Versuchen einer Kuh das Schwimmen bei zu bringen. (Nur ein kleiner Hinweis am Rande, damit ihr den Vergleich besser versteht: Eine Kuh hat keinen Schließmuskel, sodass sie mit Wasser vollläuft und ertrinkt.... Traurig aber wahr.)
So genug zu meiner Abwesenheit. Nun bin ich wieder da und versuche einigermaßen regelmäßig etwas zu posten.
Und als Entschädigung für meine lange Abwesenheit quasi, geht es in diesem Post gleich um zwei Dinge. Natürlich gibt es endlich mal wieder eine mehr oder weniger nette Kurzgeschichte geschrieben von meiner Wenigkeit, aber zusätzlich, als Sahnehäubchen quasi gibt es hier noch einen Buchtipp. Dieses Buch ist fantastisch zu lesen, hat tolle Metaphern und ist auch sehr tiefgründig. Es sind geschichtliche Kenntnisse notwendig um die Materie vollständig erfassen zu können. Und nun kommt auch der Titel und bitte nicht die Augen verdrehen oder runterscrollen:
Die Geschichte eines Moralisten- Erich Kästner.
Ja, ganz richtig. Erich Kästner. Ich denke der Klappentext ist sehr aussagekräftig und erfasst das wesentlich also hier ist er:
Berlin zu Beginn der 30er Jahre: Jakob Fabian, Reklamefachmann ohne Stellung, durchstreift seine Stadt und studiert das Leben: möblierte Zimmer, Bars, gewisse Damen und dazugehörige Etablissements, Arbeitslose, die Liebe und die Verlogenheit der Menschheit. Im trüben Strom des Opportunismus und der Inhumanität geht er, der Moralist, unter- und mit ihm die Ideale der Weimarer Republik. Eine brilliante und provokante Großstadtsatire.
Quelle: dtv deutscher Taschenbuch Verlag- Erich Kästner: Fabian die Geschichte eines Moralisten
Ans Herz legen kann ich euch noch zusätzlich die Interpretation zu dem Stück aus dem Oldenbourg Verlag. Sie hilft dabei in die Materie einzusteigen und geschichtliche Zusammenhänge und Anspielungen besser zu erfassen. Also, seid nicht allzu abgeschreckt von dem Titel, verbindet Kästner nicht länger mit dem Deutschunterricht und versucht es einfach mal!
So und nun zu einer Kurzgeschichte meiner Wenigkeit. Und seid bitte nicht enttäuscht, denn dieses Mal wird sie ihrem Namen alle Ehre machen- denn sie ist kurz.
"Gute Nacht, Liebling!"
Er hörte ein leises Rascheln, ein kaum wahrnehmbares Geräusch, dass ihm jedoch klarmachte, dass es nicht länger allein in dem Raum war. Er lag im Bett und hatte die Augen längst geschlossen. Mit einem Fuße war er bereits im Reich der Träume und es zerrte an diesem um ihn komplett in die Arme des Schlafes zu ziehen. Doch er nahm alle seine Willenskraft zusammen und zwang sich aufzusehen, um die Quelle des Geräusches zu identifizieren. Um sich an das Zwielicht, dass im Raum herrschte zu gewöhnen, blinzelte er einige Male und als seine Augen den grauschwarzen Dunst durchdrungen hatten, wurde er mit einem Schlag hellwach.
Vor ihm, direkt am Bettende stand jemand- eine Frau. Er hatte keinen blassen Schimmer wer sie war, und noch rätselhafter war es ihm wie sie in das Haus gekommen war- und sie war nackt. Doch er konnte sie nicht dannach fragen. Er konnte den Mund nicht öffnen, keinen einzigen Ton konnte er seinen Stimmbändern entlocken. Er konnte nichts weiter tun als diese Frau anzusehen.
Sie war eine Schönheit- die Verkörperung Aphrodites. Seine Augen wanderten begierig über jeden Zentimeter ihres Körpers.
Ihre langen schwarzen, glänzenden Haare, die glatt bis zu ihrer Taille fielen und bei jeder Bewegung ihren Körper streichelten, rahmten ihr zartes, engelsgleiches Gesicht ein. Ihre Haut war sehr hell und wirkte durch das Mondlicht, dass ins Zimmer fiel weiß wie Schnee. Und ihre Augen waren so silbern und glänzend wie Quecksilber. Der Mund war voll und weich, eine Einladung für jeden Mann, der er auch nur allzu gerne nachgekommen wäre, jedoch konnte er sich nicht von ihrem Anblick lösen. Die kleine, spitze Nase verlieh ihrem sonst so weichen, weiblichen Gesicht etwas spitzbübisches, herrausforderndes. Er kannte jeden Zentimeter ihres Gesichtes und wusste, dass er dieses Gesicht nie vergessen würde. Es schien als hätte sich ihre Schönheit auf seine Netzhaut gebrannt.
Sein Blick wanderte hinab, über ihren langen, dünnen Hals runter zu ihren prallen, wohlgeformten Brüsten. Er bekam das Verlangen diese zu umfassen und leicht zu drücken, sie zu küssen und doch geduldete er sich um sie weiter zu betrachten und ließ seinen Blick weiter wandern. Ihre schmale Taille und ihr flacher Bauch liefen in weibliche Hüften über. Die Beckenknochen standen leicht hervor, nicht zu viel und nicht zu wenig, genauso wie es bei einer Frau sein sollte. Ihre Beine ließen sie nichts von ihrem perfekten Aussehen einbüßen. Sie schienen endlos lang zu sein. Jeder Zentimeter, jeder Winkel ihres Körpers war so weiblich, so vollkommen. Und jeder Zentimeter schien nach ihm zu rufen. Es zog ihn zu ihr, wie die Motten zum Licht.
Seine fremde Göttin machte einen Schritt auf ihn zu und ließ dabei verführerisch ihre Hüften schwingen. Sie legte sich auf ihn, sodass er ihren vollen Busen auf seiner Brust spürte und ihr Gesicht direkt über dem seinen war. Nun roch er sie und es war überwältigend. Sie roch nach Blumen, aber dennoch so unbeschwert und leicht. Sie lächelte, ein kleines, verschmitztes Lächeln, und sein Gehirn setzte aus. Rationales Denken war seit ihrem Erscheinen nicht mehr möglich gewesen, doch nun war selbst primitivste Form des Denkens nicht möglich. Er spürte eine animalische Kraft in ihm, die die Kontrolle übernahm. Diese Frau gehörte ihm, er wollte sie für sich nehmen und nie wieder hergeben müssen. Er betrachtete sie als sein Eigentum. Denn er wusste mit hundertprozentiger Gewissheit, so banal dieses Wissen auch zu sein schein mochte, doch er wusste, dass er diese Frau von ganzem Herzen liebte. Sein Herz gehörte ihr seit sie sein Schlafzimmer betreten hatte.
Sie presste ihre weichen, vollen Lippen auf die seinen und dieser Kuss ließ ihn explodieren. Er wurde immer wilder und leidenschaftlicher, drängte sie, bis sie seiner Zunge einlass gewährte. Sie schmeckte so süß und ihre kleine spitze Zunge umkreiste seine. Er wollte mehr, doch sie ließ ab und lehnte sich ein wenig zurück um sich seinen fordernden Lippen zu entziehen. Während er sie ansah, schnappte er wie ein ertrinkender nach Luft. Er wollte mehr von diesen süßen Küssen, er brauchte mehr .
Ihre zarten Hände wanderten über seinen Hals über seine Brust und verharrte dort. Ihre Berührungen waren so sanft, so zart. Er machte sich keine Gedanken mehr darüber: Woher diese Frau kam? Wer sie war? Was sie von ihm wollte? Es spielte alles keine Rolle mehr, denn er war erfüllt von brennender, aufrichtiger Liebe zu dieser Fremden, die er schon sein ganzes Leben lang zu kennen schien.
Ihre Lippen bewegten sich und zum ersten mal hörte er seine Aphrodite sprechen- es war nur ein Flüstern. Ihre Stimme war so lieblich und vollkommen wie der Rest von ihr. "Gute Nacht, Liebling!", war das Letzte was er hörte, denn in der gleichen Sekunde riss sie ihm das Herz aus der Brust.
Sie hielt das noch pulsierende Organ in der Hand, dass seinen Lebenssaft auf dem Bett verteilte und sie war, genau wie sein Herz, erfüllt von grenzenloser Liebe.