Hab eine Weile darüber nachgedacht und mir eine Geschichte zusammengesponnen. Also hier habt ihr endlich mal wieder neuen Lesestoff! Viel Spaß!
Ich öffnete die Augen und blinzelte wegen der Morgensonne. Langsam stand ich auf, ich war noch so müde. Welchen Tag hatten wir heute? Ich sah auf meine Radiowecker: Freitag, der Dreizehnte Punkt, 09:00. Ich schlenderte ins Bad um mir die Zähne zu putzen. Moment?! NEUN UHR?! Ich hätte schon seit einer Stunde bei der Arbeit sein müssen. Verdammt! Ich rannte ins Bad, sprang unter die Dusche und putzte dabei meine Zähne. Das Wasser war eiskalt. Der scheiß Heizofen war mal wieder defekt. Naja wenigstens duschte ich unter den Umständen schneller. Ich sprang aus der Dusche und trocknete mich ab.Da ich so in Eile war, stieß ich mit dem Ellbogen gegen den Wandspiegel ,so dass er auf den Boden krachte und zerbrach! Jetzt musste ich auch noch die gottverdammten Scherben wegfegen, dabei war ich so spät dran. Wie sagt man so schön: sieben Jahre Pech. Das hatte mir noch gefehlt. Nicht das ich an so was glaubte. Alte Volksmärchen- lächerlich. Als ich aus dem Bad kam war es bereits zwanzig nach neun.
Ich gewährte mir, trotz des Zeitdrucks noch einen Kaffee, denn sonst würde ich in der Firma einschlafen. Ohne meinen morgenetlichen Kaffee war ich zu nichts zu gebrauchen. Ohne ihn war ich nur ein halber Mensch. Ich schüttete den Kaffee in mich hinein und verbrannte mir die Zunge. Echt ein toller Tag! Kann ja noch heiter werden.
Ich spurtete in die Garage, nur um festzustellen, dass das Auto nicht da stand wo es sein sollte.
Da fiel es mir ein, meine Frau hatte das Auto ja mitgenommen, weil sie mit unseren beiden Töchtern, 5 und 7 Jahre alt waren sie, zu ihrer furchtbaren Mutter gefahren war. Zu meiner Schwiegermutter. Wie ich diese Frau hasste. Immer nur am kritisieren. Und von Anfang an war sie gegen unsere Ehe gewesen, weil ich ja nicht gut genug war! So ein alter Hausdrache! Während ich mich über meine Schwiegermutter aufregte, rannte ich aus unserer Einfahrt auf die Straße. 5 km bis zur Arbeit. Das ging ja noch.
Ich rannte und rannte und wäre beinahe über die schwarze Nachbarskatze gestolpert die mir über den Weg lief. Verdammtes Ding. Erwähnte ich bereits, dass ich Katzen fast so sehr hasste wie meine Schwiegermutter? Nein? Nun jetzt ist es ja raus!
Verschwitzt kam ich beim Büro an. Im Foyer herrschte Chaos. Renovierungsarbeiten. Ich spurtete zum Fahrstuhl, mein Büro lag im 12 Stock- in der letzten Etage. Da nehme ich bestimmt nicht die Treppen!
Direkt unter der Leiter eines Malers hindurch, schlüpfte ich zum Fahrstuhl nur um festzustellen, das dieses verdammte Drecksteil defekt war?! Was sollte das denn?! Es ist ja schon eine Schande das es in einem Gebäude mit sage und schreibe 12 Stockwerken nur einen Fahrstuhl gab. Und dann war der auch noch kaputt?!
Freitag der Dreizehnte,der zerbrochene Spiegel, dieses schwarze Katzenvieh und ich bin unter einer Leiter hindurchgelaufen. Das bringt alles Pech. Angeblich. Aberglaube, Pah! Das ist was für Kinder und alte Damen. Ich war eben in Eile, da passieren Missgeschicke nunmal. Und das mit dem Fahrstuhl war Zufall. Ich würde mir gleich die Standpauke von meinem Lackaffe von Chef anhören und dann wie immer diesen Arbeitstag über mich ergehen lassen und Abends meine Frau und meine Kinder endlich wieder in die Arme schließen.
Also auf geht's zur Treppe.
Als ich endlich oben angekommen war atmete ich tief durch.War das anstrengend! Ich nahm mir vor mich wieder im Fitnesscenter einzuschreiben. Der Herr war auch mal sportlicher gewesen!
Als ich in mein Büro kam meinte Frieda, die Empfangsdame gleich:" Der Boss will dich sprechen. Er hat gesagt ich soll dich sofort zu ihm schicken, wenn du hier aufkreuzt."
Das konnte ja was werden! Also ich atmete noch einmal tief durch und ging zum Büro meines Chef's.
Er saß auf seinem Chefsessel und starrte mich Finster an, mit einer Hand wies er auf den leeren Platz gegenüber.
"Mein lieber Herr Kaiser", begann er: " Sind sie sich darüber im Klaren, dass sie in diesem Jahr bereits zum exakt vierzehnten mal zu spät kommen? Und erinnern Sie sich noch daran, wie ich Sie mit einer Engelsgeduld jedes Mal nur ermahnt habe. Ich bin wirklich ein großzügiger und toleranter Mensch Herr Kaiser, dass wissen sie." Und ich dachte mir nur: Ja natürlich bist du das und ein ganz Wichtiger, das bist du auch, natürlich. Scheiß Lackaffe. "Doch nun mein lieber Herr Kaiser", setzte er fort: " Ist meine Geduld am Ende. Vierzehn grundlose Verspätungen kann und will ich in meiner Firma nicht dulden! Ich muss ihnen leider mitteilen, dass sie hiermit fristlos Entlassen sind. Auf Wiedersehen, Herr Kaiser. Bitte räumen Sie ihren Schreibtisch und dann verlassen Sie dieses Gebäude."
Völlig perplex verließ ich ohne ein Wort sein Büro. Das war doch wohl nicht sein ernst, elf Gottverdammte Jahre meines beschissenen Lebens mallochte ich bei viel zu geringem Gehalt, in der Firma dieses Sklaventreibers, und so dankte er mir? Dieser aufgeblasene Mistkerl wird schon sehen wie er ohne mich zurechtkommt!
Dann mach ich mir eben ein schönen Tag zu Hause, meine Frau müsste auch schon wieder da sein. Ich schlenderte nach Hause und verfluchte diesen Tag! Was sollte ich nun machen ohne Job. Die Zeiten waren verdammt schlecht. Wer weiß, wann ich etwas neues finden würde. Ach, das muss schon werden schließlich arbeitet meine Frau und wenn wir uns ein wenig einschränken reicht ihr Gehalt alle male.
Als ich endlich zu Hause ankam sah ich das Auto bereits in der Einfahrt vor dem Haus parken. Ich trat ein. "Linda?", rief ich: " ich bin schon zu Hause, Liebling!" Keine Antwort. Komisch. Ich hatte das Auto doch eben grade in der Einfahrt stehen sehen.Vielleicht war sie in der Küche. Dort angekommen fand auf dem Tresen einen blauen Zettel. Lindas Handschrift. Und ich begann zu lesen.
Lieber Frank,
es tut mir Leid, aber ich und die Kinder werden nicht mehr wiederkommen. Du kannst sie jedes zweite Wochenende zu dir nehmen. Wir haben uns einfach auseinander gelebt. Jeden Tag hast du Überstunden gemacht oder die Zeit in der Garage bei deinem Auto verbracht, du hast mich nie nach meinem Befinden gefragt und mich bei nichts unterstützt, was ich tat. Der Mann voller Leidenschaft und Liebe für mich, der Mann in den ich mich damals so verliebt hatte, der bist du Leider nicht mehr.
Ich war einsam Frank, also suchte ich mir die Liebe, die du mir nicht gabst bei einem Anderen. Und ich habe mich in ihn verliebt. Ich bin so glücklich mit ihm, wie ich es mit dir schon so lange nichtmehr gewesen war. Und die Mädchen mögen ihn auch.
Ich war nicht bei meiner Mutter, ich war bei ihm.
Es tut mir Leid, dass ich dich angelogen habe und es tut mir Leid, dass ich es dir so- per Brief, und nicht persönlich sage, aber ich kann dir nicht mehr vor die Augen treten. Ich habe nicht die Kraft dazu.
Wenn du ehrlich zu dir bist Frank, dann weißt du, dass wir nur noch wegen den Mädchen zusammen geblieben sind. Aber ich will glücklich sein Frank. Ich will mich nicht mehr länger aufopfern und um eine verlorene Ehe kämpfen.
Das Haus, das Auto- Alles überlasse ich dir. Meine Kleidung habe ich bereits abgeholt.Und die Sachen der Mädchen auch. Sei bitte nicht zu enttäuscht von mir. Ich hoffe, dass wir eines Tages wieder zusammen an einem Tisch sitzen können- Als Freunde. Und Frank, danke für die wundervollen Jahre und die zwei Töchter die du mir geschenkt hast!
Lebe Wohl
Linda
Ich schluckte. Das konnte einfach nicht Wahr sein. Warum? Ich las den Brief immer und immer wieder. In der Hoffnung, dass ich beim nächsten Mal etwas Anderes darauf lesen würde. Aber Fehlanzeige. Doch irgendwie konnte ich es immer noch nicht glauben. Linda, meine Linda. Wie konnte sie nur?
Ich ging hoch ins Schlafzimmer und sah in den Schrank. Tatsächlich, all ihre Sachen waren fort. Ich ging in Die Zimmer der Mädchen und fand genau, das selbe vor. Ein Zimmer. Ein lebloses Zimmer. Alles an persönlichen Gegenstände waren fort. Selbst die Musterzimmer in Möbelhäusern sahen belebter aus als diese Beiden.
Okay, ich glaube nun war ich in der Lage zu behaupten, dass dies mit Abstand der beschissenste Tag in dem Leben eines Mannes sei. Es konnte nicht schlimmer kommen.
In so einer Situation, gab es nur eines was ein Mann tun konnte. In die nächste Kneipe. Ja, der gute alte Alkohol. Der bleibt einem, egal was kommt. Wenigstens hatte sie mir mein Auto gelassen. Mein Baby, das einzige was ich noch hatte. Ein 2 Jahre alter BMW. Top Modell. Und ich hatte es gehegt und gepflegt wie meinen Augapfel.
Ich ging durch die Garage und lies das Tor hoch, um die Einfahrt zu betreten.
Liebevoll streichelte ich über die Motorhaube. Ich umrundete mein Baby. So eine Schönheit. Ich hielt inne als ich an dem Kofferraum ankam. Ich starrte ungläubig auf den hinteren Teil meines Autos. Ich hielt es nicht mehr länger aus. Ich konnte die Tränen nicht länger zurückhalten. Das hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Was hatte dieses Biest getan? Wie konnte sie nur? Mein Schätzchen, was hatte sie dir angetan? Hinten an der rechten Seite, war ein riesiger Kratzer im dunkelblauen Lack.
Ich war ein gebrochener Mann. Ich setzte mich auf den Gehsteig und lehnte mich an mein Wagen. Ja, vielleicht ist doch was dran am Freitag dem dreizehnten. Oder ich war einfach nur grundlos die ärmste Sau Deutschlands. Wer weiß.
Was für ein Tag. ich dachte es hätte nicht schlimmer kommen können.
Job weg, Frau weg, Kratzer im Lack. Und ich dachte nur: Scheiße gelaufen, was?
jojojo
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