Hallo!

Viel Spaß beim Lesen meiner Geschichten!

29 Juni 2010

Bildschön.

So und hier kommt der eigentliche Post. Ich habe auf Uli Stein's Homepage diese geniale Bild gefunden. Ich fand es auf Anhieb super und mir sind sofort Ideen gekommen.
Eigentlich hatte ich vor heute einen anderen Post zu veröffentlichen. Es war ein Tagebucheintarg, der auf einem Bild basiert, das mir ein guter Freund geschickt hat. Aber dann ist mir aufgefallen, dass ich bis jetzt nur bedrückende oder melancholische Texte reingestellt habe und da der Tagebucheintrag sowohl traurig als auch tiefgründig ist habe ich mich entschlossen ihn später zu veröffentlichen. Dieses Mal wollte ich etwas fröhliches, vielleicht sogar Romantisches schreiben.
Also habe ich ein bisschen im Internet gestöbert, da ich unbedingt ein Text zu einem Bild schreiben wollte und bin, wie schon sehr häufig, bei den Fotografien von Uli Stein fündig geworden. Also viel Spaß beim Lesen!


Die Tür fiel hinter mir ins Schloss. Ich warf meine Tasche auf den Boden und sah auf die Wanduhr im Flur. Punkt 19:00. So spät kam ich jeden Tag Heim, wenn ich zur Uni musste. Stino, meine treuer Schäferhund kam gerade angelaufen um mich zu Begrüßen und mich zu einem langen Spaziergang zu Nötigen. Es war ein warmer Apriltag, der 13 um genau zu sein und ich beschloss ihm den Wunsch zu erfüllen und die große Runde zu gehen.
Ich liebte meinen Hund über alles und verweigerte ihm nur bei strömenden Regen sein Anrecht auf Auslauf.

Ich schnappte mir die Leine und wir machten uns auf den Weg. Unsere Runde führte aus dem ruhigen Dörfchen, in dem ich nun schon seit meiner Geburt, seit ganzen 25 Jahren lebte, zu einem kleinen See. Der Weg dauerte ca. ein-einhalb Stunden.
Am Dorfrand stand ein altes Haus, dass damals, als es noch gepflegt gewesen war einfach traumhaft gewesen sein musste. Seit ich zurückdenken konnte stand es leer. Es war wunderschön, aus rotem Klinker und mit Efeu bewachsen. Der Garten war verwildert, voller Unkraut und rechts neben dem Eingang stand eine riesige Tanne, die ihren Schatten auf das Haus warf, was es noch unheimlicher erschienen lies. Auch wenn es verwahrlost war hatte es seinen ganz eigenen Glanz. Für mich war dieses Haus immer etwas magisches gewesen. Es war geheimnisvoll und es kursierten die wildesten Erzählungen und Geschichten darüber, weshalb es so lange leer stand.
Doch als ich und Stino heute an dem Haus vorbeikamen, war etwas anders. In dem Haus ganz oben im Dachgeschoss brannte ein schwaches, aber dennoch klar erkennbares Licht. Ich ging an den Rand des Grundstückes, neugierig war ich schon immer gewesen, schon als Kind. Doch nun hatte ich um einiges mehr an Mut gewonnen und trat ein. Stino war ja schließlich noch bei mir. Auf ihn war schon immer Verlass gewesen.
"Hallo?", rief ich, als ich eintrat: "Ist hier Jemand?". Keine Antwort.
Ich blickte verunsichert zu Stino. Er stand neben mir und sah ängstlich aus, wie er an meiner Seite mit eingezogenem Schwanz kauerte. Ich sah mich um. Ich war zum ertsen Mal in diesem Haus, obwohl ich es mir schon zig mal vorgenommen hatte. Im Haus war es düster, nur noch die Abenddämmerung schien durch die verstaubten Fenster. Es war unheimlich. Ich stand in einem kleinen, eignestaubten Flur voller Spinnweben. Alte verstaubte Gemälde hingen an den Wänden.
Eine wuchtige, prunkvolle Treppe führte ins erste Obergeschoss. Ich musste mich beeilen, wenn ich nicht im Dunkeln auf dem Feldweg, sondern wieder im Dorf sein wollen würde. Ich setzte einen zaghaften Schritt auf die erste Treppenstufe, die zwar leicht knarrte aber ansonsten sehr stabil zu sein schien.
Ich raffte meinen Mut zusammen und stieg die steilen Stufen nach oben.

Über mit befand sich nun die Luke zum Dachboden. Sollte ich sie aufmachen? Nun, da ich schon mal hier war, konnte ich es auch wagen.  In einer Ecke im oberen Flur stand der Stab um den Eingang zu öffnen. Ich wischte mit der Hand die Spinnweben weg und nahm ihn. Also dann. Mal sehen woher das Licht kam.
Wieder direkt unter der verschlossenen Öffnung atmete ich noch ein Mal tief durch, schob alle Befürchtungen und Bedenken bei Seite, blickt noch einmal zu Stino um Mut zu finden und hackte den Stab in die Öse. Ich zog kräftig daran und mit einem lauten Knirschen und unter einem Staubregen öffnete sich die Luke zu dem Dachgeschoss. Das Licht, dass ich von draußen gesehen hatte, erhellte nun auch den Flur auf dem ich stand.
Ich zog die Klappleiter herunter und stieg darauf. Sie war sehr unsstabil und die Schrauben waren bereits eingerostet. Vorsichtig stieg ich hinauf, während Stino unten blieb.

Der Dachboden war riesig. Überall lagen Dinge. Alte Koffer, Gemälde, Spieluhren. Und überall waren Kisten mit weißen Tüchern bedeckt. Das Licht schien keinen Ursprung zu haben. Egal wohin ich blickt egal welche Sichtweise ich an nahm. Egal wie ich es drehte und wendete. Ich konnte keine Quelle ausmachen.
An einem Stützpfeiler lehnte etwas, dass in ein riesiges Tuch gehüllt war. Nur war dieses Tuch nicht weiß, sondern blau mit schönen goldenen Schnörkeln. Es sah aus als befinde sich ein riesiges Gemälde darunter.
Ich schritt darauf zu um festzustellen was sich dort verbarg, als ich hinter mir Schritte auf dem Holz vernahm.
Langsam drehte ich mich um.
Plötzlich berührte etwas meine Schultern. Ruckartig drehte ich mich wieder in die andere Richtung. Hinter mir stand ein Mann. Und was für einer. Er war Bildschön. Er entsprach meinem ganz persönlichen Schönheitsideal. Er war groß mindestens 1,90 m und hatte rabenschwarzes ,schulterlanges Haar, dass er provakant, was ich unheimlich sexy fand, offen trug. Seine Gesichtszüge waren markant und ebenmäßig, einfach perfekt. Und im Kontrast zu seinem schwarzen Haar stand seine helle Haut. Eisblaue Augen hatte er die nur so hervorstachen und einen gefangennahmen. Sie fesselten einen und man versank in ihnen. Er trug eine schwarze Hose, mehr nicht. Und man kann sagen, dass Adonis neidisch auf diesen Körper gewesen wäre jeder Muskel war durchtrainiert und das in einem perfekten Masse. Er war einfach nur Bildschön.
Meine Knie wurden weich. Ich war immer schon ein hübsches Mädchen gewesen. Und bekam in der Pubertät eine weibliche Figur mit einem sehr üppigen Busen, weshalb viele Männer hinter mit her waren, aber ich hatte noch nie einen Mann gesehen der so bildschön war.
Er umfasste mit einer Hand mein Gesicht und ich schmiegte mich in diese. Tief , tief sah er mir in die Augen und sein Blick hielt mich gefangen. Meine Brust schnürte sich zu und ich sah, wie sein Gesicht dem meinen immer näher kam.
Kurz bevor unsere Lippen sich berührten hielt er inne und flüsterte: " Du bist Bildschön, Traumfrau. Küss mich!" Seine Stimme gab mir den Rest. Sie war tief und männlich, hatte etwas animalisches. Sein süßer Atem stieg mir in die Nase. Und sein Blick war hungrig. In ihm lag eine natürliche Gier. Und ich wusste was er wollte. Mich. Noch nie hatte ich mich so weiblich und begehrt gefühlt. Wer war dieser Fremde? Und was machte er mit mir?
Ich lies alle Bedenken fallen, drängte meinen gesunden Menschenverstand, der schrie, dass etwas nicht stimmte in die hinterste Ecke meines Bewusstseins und küsste ihn. Erst zaghaft, dann immer wilder. Ich öffnete meinen Mund seiner fordernden Zunge, die sogleich begann mit meiner zu spielen. Sie sanft zu umkreisen und immer wieder zu umschlingen. Er schmeckte so süß.
Der Kuss wurde immer wilder. Und mein Denken immer primitiver. Ich wollte ihn. Ich spürte die aufsteigende Hitze zwischen meinen Schenkeln und merkte das ich bereit war. Noch nie hatte ein Mann es so schnell, mit nur einem einzigen Kuss bei mir geschafft.
Ich drängte mich näher an ihn und streichelte über seine harte, durchtrainierte Brust hinunter zu seinem Bauch. Ich wollte weiter herruntergehen, als seine Hand die meine packte und somit genau dies verhinderte.
Er sah mich lange an und gab mir dann einen zärtlichen Kuss, der nichts mehr von diesen natürlichen Verlangen hatte. So schnell die Stimmung aufgekommen war, so schnell verebbte sie wieder.
Dann sah er mich wieder an. Und je länger er das tat umso klarer wurde mein Verstand. Ich ließ wieder zu, dass ich dachte.
Erst jetzt fiel mir auf dass, seine Haut eiskalt war. Und als er mich berührt hatte stand er plötzlich vor und nicht hinter mir. Irgendetwas war falsch.
"Wer bist du?", fragte ich zaghaft und meine Stimme klang seltsam leise und gebrochen, was sehr untypisch für mich war. Ich räusperte mich und fragte nocheinmal, doch diesmal mit einer festeren Stimme: "Wer bist du?",
Er gab mir nur ein Buch in die Hand. Woher er es hatte wusste ich nicht. Ich schlug es auf und es traf mich wie ein Schlag. Auf der ersten Seite war ich abgebildet. Also eine Frau die aussah wie ich. Nur in altertümlicher Kleidung und mit blondem Haar,anstatt schwarzem. Oben stand ein Datum : 13.April.1610.

Ich blätterte um und auf der nächsten Seite war ein Bild von dem Mann vor mir, nur, dass auch er blondes Haar hatte und andere Kleidung trug. Das Haar war auf der Abbildung zurückgebunden, aber die Augen und das Gesicht waren ein und dasselbe.
Fragend blickte ich ihn an. "Was...?", doch er unterbrach mich und deutete nur auf das verhangene Bild.
Ich trat darauf zu und hob das Tuch an. Es war ein Portrait in Lebensgröße. Er war darauf zu sehen. Er und Ich. genauso wie wir beide noch vor wenigen MInuten hier gestanden hatten. Mit der selben Kleidung. Arm in Arm.
Lange starrte ich es ungläubig an. Dann trat er hervor und schob das riesige Portrait zu Seite um mir die Sicht auf das Dahinterliegende zu gewähren. Es waren die beiden Leute aus dem Buch, genauso verschlungen wie ich und der Mann auf dem anderen Portrait.
Ich nahm das Buch wieder zur Hand. "Sind das die ehemaligen Hausbesitzer?" fragte ich. Er nickte." Und du und er", er deutete auf das Portrait: " ihr seid die neuen. Die alten Seelen wiedergeboren in einem neuen Leibe."
"Was?", das klang total kindisch. Ich habe noch nie an Geister geglaubt
"Als das Haus gebaut wurde stritten sich die beiden Brüder um ein Weib. Sie wurde von ihrem Vater missbraucht und hatte Angst. Der eine baute dieses Haus und versprach ihr damals, dass außer ihr und ihm niemals jemand dieses Haus betreten würde und dass sie hier sicher sei. Und so entschied sie sich für ihn. Bis ihre Seelen wiedergeboren werden würden sollte niemand dieses Haus betreten. Eindringlinge wurden seither vertrieben. Das Haus sucht sich seine Bewohner aus."
"Das ist ja wohl lächerlich! Sie sind ein kranker Psychopath", noch während ich ihn ansschrie verschwand er. Lange noch blickte ich auf die Stelle an der er gerade noch gestanden hatte. Gerade war er noch da gewesen. War ich verrückt geworden?
Ich stieg die Leiter hinab. Völlig perplex.
Ich musste mir den Kopf gestoßen haben oder hatte Halluzinationen von der schlechten Luft, ich überlegte nocheinmal hochzugehen und nach dem Bild zu sehen oder nach dem Buch zu suchen doch ich verwarf den Gedanken. Ein Tagtraum war es gewesen, mehr nicht.Nur ein Tagtraum
Stino wartete an der Treppe auf mich und gemeinsam verließen wir das Haus wieder und machten uns auf den Heimweg. Ich dachte nicht weiter über das Geschehnis auf dem Dachboden nach. Es war zu verwirrend. Darüber nachzudenken bereitete mir Kopfschmerzen.

Eine Woche später, war das Ereignis schon fast vergessen.
Als ich Abends mit Stino meine tägliche Runde drehte, stand vor dem Haus ein Umzugswagen. Ein Umzugswagen und ein Mann, der den Möbelpackern Anweisungen gab. Ich sah nur seinen Rücken. Die Neugierde packte mich. Wer war er?
Ich schritt auf ihn zu und tippte ihn an. Langsam drehte er sich um und er sah haargenau so aus wie der Mann auf dem Dachboden. Genauso. Bildschön. Mir stockte der Atem. Aber das war doch nicht wirklich geschehen oder? Er lächelte mich an als würde er mich kennen. Ein "Hi! war das Einzige was ich zu stande barchte. Er lächelte nur und flüsterte, mit der mir nur allzu gut vertrauten Stimme:" Du bist Bildschön, Traumfrau."

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