So meine Lieben, damit ihr gleich mal was zum Lesen habt, habe ich eine Kurzgeschichte von mir rein gepostet. Sie ist aufgrund einer Deutschhausaufgabe entstanden, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Zu unseren Vorgaben gehörten: Das Symbol "Weg"; Eine Metapher mit "Feuer und Eis"; viele Personifikationen und der reizende Einleitungssatz "Er/Sie blieb allein zurück. Also schaut euch an was ich daraus zusammengeschrieben habe.
Sie blieb allein zurück. Hier, an der Kreuzung. Das Letzte woran sie sich erinnern konnte war, dass sie in ihrem Auto saß und vor ihr, direkt auf der Kreuzung, lag ein umgekippter LKW. Sie raste auf ihn zu... Und dann fand sie sich hier, an der Kreuzung, wieder doch der LKW war weg, genauso wie ihr VW-Käfer. Sie drehte sich um und sah ihn. Er ging fort, warum wusste sie nicht, doch sie ließ es geschehen. Sie konnte nichts dagegen tun. Ihre Beine verweigerten den Dienst, sie wollte schreien, rufen er solle stehen bleiben, doch sie blieb stumm. Das Einzige was sie tun konnte war ihm Sehnsuchtvoll hinterher zu sehen.
Sie blieb allein zurück. Hier, an der Kreuzung. Das Letzte woran sie sich erinnern konnte war, dass sie in ihrem Auto saß und vor ihr, direkt auf der Kreuzung, lag ein umgekippter LKW. Sie raste auf ihn zu... Und dann fand sie sich hier, an der Kreuzung, wieder doch der LKW war weg, genauso wie ihr VW-Käfer. Sie drehte sich um und sah ihn. Er ging fort, warum wusste sie nicht, doch sie ließ es geschehen. Sie konnte nichts dagegen tun. Ihre Beine verweigerten den Dienst, sie wollte schreien, rufen er solle stehen bleiben, doch sie blieb stumm. Das Einzige was sie tun konnte war ihm Sehnsuchtvoll hinterher zu sehen.
Sie dachte daran wie unterschiedlich sie waren, so unterschiedlich wie Feuer und Eis. Sie, so aufbrausend wie die alles verzehrende Flamme. Voller Leidenschaft bei Allem was sie tat. Er, kühl und still, so undurchsichtig wie ein zugefrorener See, wunderschön und geheimnisvoll. Und dennoch liebten sie sich. Sie konnten nicht Mit und nicht Ohneeinander. Das Miteinander hatten sie eine lange Zeit ausprobiert, natürlich hatten sie Streit und es gab Problem, aber alles in allem funktionierte es und sie waren sehr glücklich. Sie wusste nicht woher, doch sie wusste mit bitterer Gewissheit, dass es nun galt das Ohneeinander auszuprobieren. Sie würde ihren Weg gehen und er den seinen und wenn sie zusammen gehörten, ja wenn es so sein sollte, dann würden sich ihre Pfade wieder Kreuzen und sie würden zusammen bleiben. Und wenn nicht… Nun daran wollte sie gar nicht denken. Trübsal zu blasen war nicht ihre Art, sie war die die Zuerst handelte und sich dann, wenn sie wirklich alles versucht hatte, der Trauer hingab.
Zielstrebig machte sie sich auf den Weg. Sie wusste zwar nicht wie beschwerlich dieser sein würde und wohin er sie führen würde, doch sie wusste was sie wollte. Ihn. Sie war sich noch nie in einer Sache so Sicher gewesen. Und sie würde alles dafür geben um ihr Ziel zu erreichen. Auf ins Ungewisse.
Die Landschaft war so Friedevoll, bereits nach einigen Metern endete die Kreuzung abrupt, und machte einem wunderschönen Feldweg Platz. Die lachende Sonne schien auf ihre Haut, die Blumen tanzten, in all ihrer Pracht und Vielfalt am Wegesrand. Eine versuchte die Andere zu übertrumpfen, versuchte höher zu wachsen und schöner zu sein als ihre Nachbarin. Am Ende des Weges begann ein kleines Wäldchen. Sie ging darauf zu, es rief nach ihr, einen anderen Weg gab es nicht.
Sie kam immer tiefer in den Wald fort vom Wegesrand, doch sie merkte es nicht. Sie kämpfte sich durch das Gestrüpp und als sie zurückblickte sah sie den Weg kaum noch. Sie Drang immer tiefer ein in das Herz des Waldes, wie magisch angezogen von einer alten Buche die ihre Geschichte erzählte. Langsam ließ sie sich an ihrem Stamm sinken um eine kurze Rast einzulegen und dann wieder den richtigen Weg zu suchen. Alt und beständig war die Buche. Stark wie ein Fels in der Brandung. Verbunden mit der Erde. Sie dachte sich was für ein kraftvoller Trostspender sie war, sie hatte sich schon immer sehr verbunden mit der Natur gefühlt.
Doch sich von dem Kraftspendenden Baum trösten zu lassen, sich einfach dem flüstern des Windes hinzugeben… So verlockend der Gedanke auch war, Sie musste weiter, sie musste ihn erreichen. Zurück zu dem Weg der hoffentlich zurück zu ihm führte. Die klaffende Wunde in ihrem Herzen ließ sich nur durch ihn schließen, doch dazu musste sie ihn erreichen. Warum sie sich getrennt hatten wusste sie nicht, im Moment war es auch nicht von Belangen.
Sie irrte durch den Wald, wie lange genau wusste sie nicht mehr. Hier in dem Wald, in dem alles in einem unwirklichen grünen Licht lag, schien es keine Zeit zu geben. Es hätten Minuten sein können, aber auch Stunden.
Sie war müde, so unheimlich Müde. Ihre Beine waren wie Blei ihre Lider schwer und der Wald schien kein Ende zu nehmen. Langsam befürchtete sie das es gar kein Ende gab. Sie verwarf den Gedanken sofort wieder, das war lächerlich, selbstverständlich gab es ein Ende und sie würde es früher oder später auch finden. Doch erst mal musste sie sich ausruhen, sie musste einen klaren Kopf bekommen doch ihre Müdigkeit stand ihr im Weg. Nach einer ordentlichen Mütze Schlaf würde sie viel besser vorankommen. Links von ihr war ein einigermaßen ebener Fleck, sie legte sich hin, rollte sich wie eine Katze zusammen und schlief ein.
Als sie erwachte war es Stockfinster in dem Wald, sie dachte zuerst daran hier zu warten bis die Sonne aufging und sie in dem grünlichen Licht weitermarschieren konnte, aber sie hatte schon lange genug getrödelt. Sie musste weiter, sonst verpasste sie ihn noch. Voller Verzweiflung und Angst lief sie weiter. Sie lief und lief immer weiter, geradeaus ohne zu gucken wohin sie ging. Hauptsache weiter.
Sie sah einen Schein, ein Licht, zwar war es noch weit entfernt und sehr schwach, doch sie schöpfte neue Hoffnung. Sie ging darauf zu, wurde immer schneller, begann sogar zu rennen. Sie stolperte oft und fiel hin, schürfte sich die Knie und Ellbogen auf und hatte mehrere Holzsplitter in den Füßen. Doch vor Aufregung und im Taumel der Hoffnung spürte sie den Schmerz nur wie durch eine dicke Watteschicht. Dass sie bereits blutete und ihren Weg dadurch mit roten Flecken auf dem Boden und an den Bäumen zeichnete, bemerkte sie nicht.
Endlich erreichte sie die Lichtung von der das Licht kam. Eine Lichtung! Das war die erste die sie an diesem gottlosen Fleck gesehen hatte. Und sie erstarrte. Sie traute ihren Augen nicht. Vor ihr war ein See, mit so klarem Wasser das man bis auf den Grund sehen konnten. An seinem Ufer sprossen die schönsten Blumen, in Farben die sie noch nie zuvor gesehen hatte. Und eine himmlische Melodie, zart und glockenklar erklang aus seiner tiefe, die perfekt mit dem leisen Plätschern des Wassers harmonierte. Der silbrige Schein, dass Licht das sie an diesen wundervollen Ort geführt hatte, schien auch aus dem Gewässer zu kommen, als beherbergte es den Mond in selbst. Doch diese unvorstellbare Schönheit war es nicht die sie nach Atem schnappen lies. Der Glanz dieses Ortes war nicht schuld daran, dass ihr Tränen der Freunde in die Augen stiegen um dann aus ihren Augenwinkeln über ihre zerkratzten schmutzigen Wangen zu laufen. Der Grund für das alles war, dass sie ihr Ziel erreicht hatte. Endlich. Mitten auf dem Wasser stand er. Anmutig, so schön wie eh und je und er sprach zu ihr mit seine rauen Stimme, die sie so sehr liebte : „Komm her zu mir, Liebste. Komm mein Engel!“
Seine Stimme hallte unnatürlich auf der Lichtung und klang seltsam fern, doch das fiel ihr nicht auf. Sie rannte auf den See zu und stürzte sich ohne Bedenken hinein. Gleich war sie bei ihm. Sie zog eine rote Spur hinter sich her. Sie schwamm voller Eifer, noch zwei kraftvolle Schwimmzüge, dann hatte sie ihn erreicht. Doch plötzlich konnte sie sich nicht mehr Bewegen. Es war wie am Anfang ihrer Reise als sie ihn gehen lassen musste, als ihr Körper ihr nicht mehr gehorchen wollte und sie nur zusehen konnte. Sie schrie innerlich auf. Wieso jetzt, so kurz vor ihrem Ziel. Sie strengte sich an, sie versuchte krampfhaft wieder die Kontrolle über ihren geschundenen Körper zu erlangen doch ohne Erfolg. Sie versank, ihre Lungen füllten sich mit Wasser und brannten höllisch. Sie fühlten sich an als ob sie zerreißen würden. Automatisch schnappte sie nach Luft und noch mehr Wasser lief in ihre Lungen. Sie hatte die Kontrolle wieder, doch nun war sie zu schwach um an die Oberfläche, zu ihm, zu schwimmen .Der See war so klar und sie sah ihn während sie versank. Wie er über ihr stand, den Arm nach ihr ausgestreckt, den Mund zu einem stummen Schrei aufgerissen. Ein silbriger Schleier legte sich über alles, der dann zu einem strahlenden Licht wurde. Sie hörte auf zu kämpfen und gab sich dem Licht hin.
Der EKG gab einen langen Piep Ton von sich und die gezackte Linie, die den Herzrhythmus anzeigte wurde zu einem Geraden Strich. Dunkle Augenringe gaben einen Hinweis darauf wie lange er schon nicht mehr geschlafen hatte. Er weinte nicht, das tat er nie. Er war nie der Typ gewesen der Gefühle zeigte. Doch innerlich zerbrach etwas in ihm. Sein Herz zerriss und seine Seele gefror. Mit gesenktem Kopf verließ er das Krankenhaus und er fragte sich nur warum. Sie hatte den schweren Autounfall, bei dem sie mit einem LKW zusammengestoßen war überlebt. Sie lag drei Wochen im Koma, jeden Tag saß er an ihrem Bett und hatte ihre Hand gehalten und er wusste das sie darum gekämpft hatte ins Leben zurück zu kehren. Er kannte sie, sie kämpfte immer bis zum bitteren Schluss, doch nun hatte sie verloren, endgültig. Und er fühlte er sich wie ein Ertrinkender ohne Hoffnung auf Rettung.
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