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Viel Spaß beim Lesen meiner Geschichten!

28 Juni 2010

Es war einmal... und ist nicht mehr

Ich habe im Internet dieses nette, kleine Gedicht gefunden.

Es war einmal und ist nicht mehr,
ein kugelrunder Teddybär.
Er trank die Milch und aß das Brot
und als er starb, da war er tot.

An sich kein sehr anspruchsvolles Gedicht, aber recht einprägsam. Und je öfter ich es mir vor Augen geführt habe, umso mehr ist mir der erste Vers aufgefallen. Dieser ist an sich, ohne den Rest des Reims, sehr gehaltvoll und tiefgründig, meiner Meinung nach. Und durch die Einfachheit der Aussage bietet es einen extrem großen Spielraum. Mir kamen schließlich auch zig Ideen und ich war der Meinung, dass eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht unpassend seien, also sinniere ich ein bisschen über diesen Satz.

Es war einmal und ist nicht mehr. Dieser Satz so kurz und doch so eine große Bedeutung. Nur dieser eine Satz ging mir durch den Kopf. Und jedes mal traf es mich. Den ganzen Tag dachte ich nun schon daran. Es war einmal und ist nicht mehr. Dieser Satz kann soviel bedeuten.
An sich sagt er Alles. Egal was es ist, unabhängig davon wie schön oder schrecklich die Zeit war, wie falsch oder richtig Dinge einem erscheinen, früher oder später enden sie. Früher oder später endet Alles. Manche sind der Meinung das Alles und jeder Einzelne von uns Teil etwas Großen ist. Nur, da wir irgendwann aufhören zu existieren, tut es dieses unbekannte "Große" früher oder später auch. Wir früher, es später. Also wo soll dann der Sinn bei diesem "Gottesplan" sein.
Genau das ist die Frage. Wozu soll man versuchen irgendetwas zu Erreichen, wozu dient dieses beschränkte Dasein. Manche wollen auf ihr Leben zurückblicken und sagen können: "Ich habe gelebt und ich hatte ein schönes Leben." ,aber letztendlich ist es vorbei und im Tod hat man nichtmal mehr die Erinnerung.
Andere wollen, dass Freunde und Familie sich gerne an sie zurück erinnern. Aber wozu? Man selbst bekommt nichts mehr davon mit und mit den Zurückgebliebenen stirbt auch die Erinnerung.
Wieder Andere wollen berühmt und auch nach ihrem Tode noch in aller Munde sein. Aber wozu? Wozu? Kriegt man in seinem Grab mit, wie andere über einen Selbst und seine großen Taten und Erfolge reden? Kann man sich in seinem Ruhm von vergangenen Tagen sonnen, wenn man im Grabe langsam verwest? Am Ende zerfällt auch der Körper zu Staub und nichts zeugt mehr davon, dass man eine Legende und kein Mythos war.

Sicher, manche glauben, dass die Seele, die natürliche Essenz, unser ganzes Sein oder wie auch immer man es nennen mag hier auf Erden bleibt oder in höhere Sphären steigt. Einige die dem Tod nur knapp entgangen sind behaupten ein helles Licht, den Eingang zum Nirvana gesehen zu haben. Vielleicht haben sie es gesehen, es ist sogar recht wahrscheinlich, aber man sollte bedenken, dass sie es eventuell nur gesehen haben, weil sie es sehen wollten.
Weil der Gedanke, dass es nach dem Tode endgültig vorbei ist einerseits zu schrecklich zu Ertragen ist, da es schwer ist sich selbst seiner Bedeutungslosigkeit bewusst zu werden. Andererseits zerstört diese Vorstellung Werte und Normen auf denen unsere Weltreligionen aufbauen.
Also ist unsere ganze Existenz wirklich sinnlos? Weil sie endet? Natürlich liegt die Beantwortung dieser Fragen bei jedem selbst. Und natürlich kann keiner wissen, was nach dem Tode ist und ob dieses Leben verwerflich ist. Es ist alles nur Vermutung, Vermutung von Vermutungen um genau zu sein. Doch was heute Vermutung ist, kann morgen schon Geschichte sein. Denn für Alles gilt irgendwann: Es war einmal und ist nicht mehr.

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