Hallo!

Viel Spaß beim Lesen meiner Geschichten!

03 Juli 2010

Er.

Hallo meine Lieben. Ich habe ja schon zwei Tage nichts mehr veröffentlicht. Ich war die letzten Tage immer unterwegs und Abends dann Hundemüde.
Also habe ich mir ganz fest vorgenommen heute mal wieder etwas zu schrieben :).
Schon den ganzen Tag bin ich am Überlegen. Den ganzen Tag lang halte ich nach irgendetwas ausschau, das mich inspirieren könnte. Und wie es denn so immer ist, wenn man verkrampft nach einem Einfall sucht  kommt einfach keiner. Also habe ich es aufgegeben und mich mit einem Buch auf unser Sofa gelegt. Und plötzlich, siehe da: Eine Idee! Es kam über mich und ich habe sofort angefangen zu schreiben :). Aber vorher wollte ich noch eines klarstellen: "Ich möchte darum bitten, dass der Sprecher, das lyrische Ich, nicht verwechselt wird mit dem Autor. Überhaupt niemals den Autor für Inhalte verantwortlich machen." (Sebastian Krämer) Ich wünsche euch viel Spaß!

Schweißgebadet wachte ich auf. In meinem Zimmer war es dunkel, heiß und zu allem Überfluss auch noch schrecklich stickig. Erstmal duschen. Das war mein Erster Gedanke an diesem Morgen. Als ich aufstand und ins Bad schlenderte blickte ich auf die Uhr und musste feststellen, dass es genau genommen garnicht Morgen war, sondern eher Nachmittag. Fast 15:00 Uhr.
Ich hatte verdammt lange geschlafen. Leider Gottes fühlte es sich nicht so an. Mein Rücken tat höllisch weh, mein Nacken war verspannt und ich war Hundemüde, schrecklich.
Unter der Dusche drehte ich das Wasser sofort auf. Erfrischend kalt lief es über meinen Körper. Schlagartig wurde ich Putzmunter. Ich blieb länger als notwendig unter der Dusche.
Als ich dann endlich frisch und fertig angezogen aus dem Bad kam war es fast 16:00 Uhr.
Ich verspürte keinen Appetit, also lies ich das verspätete Frühstück ausfallen. Mit dem heutigen Tage wusste ich nicht so Recht etwas anzufangen.
Ich war heute nicht in der Stimmung etwas zu Unternehmen und allein zu Haus. Nach kurzem hin und herüberlegen setzte ich mich an den Computer um meine Nachrichten zu checken. Ich loggte mich überall ein, doch nirgends, weder in meinem E-Mail Postfach noch bei irgendeinem Messenger gab es etwas interessantes. Er hatte mir nämlich nicht geschrieben.
Mal wieder nicht. Das letzte Mal hatten wir vor einer Woche Kontakt. Vor einer ganzen Woche. Ich überlegte ob ich ihm schreiben oder anrufen sollte, aber verwarf den Gedanken. Was wenn ich ihm auf die Nerven ging? Was wenn er froh war seine Ruhe vor mir zu haben? Oder noch schlimmer, was wenn er keinen Gedanken an mich verschwendete, während ich es den ganzen lieben langen Tag tat?
Mit der Zeit würde sich alles zeigen und es ging weiter ob mit oder ohne ihn. Lass ihn Mädchen, sagte ich mir. Du bist doch ne Hübsche, kannst noch genug andere Kerle haben. Wenn er dich nicht will wird er schon noch sehen was er davon hat. 
Hübsch war ich in der Tat und die Männer standen förmlich Schlange. Geschenke, Liebesbekundungen. Verzeiht den Ausdruck, aber die Kerle rissen sich förmlich den Arsch auf um meine Gunst zu erwerben.
Aber ich wollte natürlich gerade den Einen, der sich anscheinend einen Dreck um mich schert.
Das imponierte mir, irgenwie. Natürlich war er nett zu mir, wir waren ja auch ganz gut befreundet. Aber er war eben nur nett zu mir. Nicht weniger, aber Leider auch nicht mehr.
Naja das stimmte so nicht ganz. Einmal, da hatte er Interesse gezeigt. An einem Tag, waren wir alleine in seinem Zimmer. Nur wir Zwei. Er sah mich die ganze Zeit an. Dann zog er mich zu sich aufs Bett und küsste mich. Fordernd, voller Leidenschaft. Ich bin noch nie zuvor so geküsst worden.
Lange Zeit lagen wir dort auf dem Bett und küssten uns, doch weiter gingen wir nicht. Als er mich dann nach Hause brachte benahm er sich wie immer, als ob nie etwas gewesen wäre.
Und dabei blieb es auch, er sprach mich nie wieder auf diesen Tag an und  wenn ich es tat blockte er ab und versuchte das Thema zu wechseln. Als ob es ihm peinlich wäre.
Und genau deshalb wollte ich ihn. Weil er mich anscheinend nicht wollte. Jeder andere Mann den ich bis jetzt geküsst hatte, wollte mich dannach und belästigte mich Tag und Nacht. Aber er nicht. Er war anders. Zum ersten Mal hatte ich Interesse an einem Mann und nicht er an mir. Zum ersten Mal war es anders herum. Zum ersten Mal wurde ich zurückgewiesen.
Ich wollte ihn wirklich. Je öfter ich an ihn dachte um so mehr wurde mir dies bewusst. Ich hatte ihn schon immer für seinen Intellekt bewundert und unterhielt mich gerne mit ihm. Und hübsch war er, das stand außer Frage. Aber es gab auch andere hübsche Kerle. Nur er hatte etwas an sich. Er war mehr.Es ging weit über Sympathie oder erotisches Interesse hinaus. Das war mir klar. Nur ich wusste nicht was es war.

Eine gute Freundin war der Meinung, dass ich mich verliebt habe. War das der Fall? War ich zum ersten Mal verliebt? Ich wusste es nicht und wollte auch nicht darüber nachdenken, weil ich dann unvermeidlicher Weise auch an ihn denken müsste und das wollte ich nicht. Abgewiesen zu werden ist kein schönes Gefühl. Es tut ziemlich weh und kratzt ganz schön am Ego.
Aber davon, von Selbstbewusstsein, hatte ich eine gesunde Portion. Und daran konnte selbst er nichts ändern.
Um auf andere Gedanken zu Kommen ging ich nach draußen. Wir hatten eine schöne Terrasse und einen gepflegten Garten. Und der Ausblick war herrlich. Man sah direkt auf einen See.
Ich nahm blind ein Buch aus dem Regal und legte mich auf eine Liege.
Wie lange genau ich dort, auf der Terrasse lag und las wusste ich nicht. Aber es musste schon eine Weile gewesen sein, denn langsam wurde das Licht schlechter und ich beschloss gleich hinein zugehen, damit ich mir die Augen beim Lesen nicht kaputtmachte.

Vor dem Haus hörte ich Schritte. Ich dachte zuerst, dass meine Eltern heimgekommen wären, doch dann fiel mir ein, dass die Beiden für eine Woche an der Ostsee waren. Ich hielt inne und lauschte noch ein Mal hörte jedoch nichts mehr. Das hatte ich mir wahrscheinlich bloß eingebildet. Ich senkte meine Blick wieder um weiter zu Lesen, als plötzlich ein Schatten auf meinem Buch lag.
Ich sah auf und vor mir stand er. Ich rieb mir die Augen aber er verschwand nicht. Er stand da. Direkt vor mir und blickte auf mich hinab.
Stumm streckte er mir die Hand hin und ich griff ohne zu überlegen nach ihr. Er hievte mich hoch und fing mich auf, da ich durch den Schwung ins stolpern geriet. An seine stattliche Brust gedrückt standen wir da. Dann schob er mich eine Armeslänge von sich und sah mir in die Augen.
Dieser Blick. Dieser ganz Besondere Blick.
So hatte er mich damals, bevor er mich geküsst hatte auch angesehen. Ich hoffte innerlich, dass er es heute- jetzt- wieder tun würde. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Er küsste mich lange und zärtlich und ich erwiderte seinen Kuss. Und als wir uns voneinander lösten um nach Atem zu schnappen legte er seine Stirn an meine.
Die Sonne ging langsam unter und wir sahen uns nur an. Lange. Und obwohl wir nichts Anderes taten, uns nur anschauten war es der innigste Moment meines Lebens. Er küsste mich nocheinmal. Kurz aber zärtlich.
Und ohne nachzudenken, rein intuitiv kam es über meine Lippen: " Ich liebe dich."
Er lächelte doch antwortete nicht. Leicht enttäuscht fragte ich dann:" Wollen wir reingehen, wird langsam frisch hier draußen."
Er nickte und wir betraten das Haus. Er blieb über Nacht und den ganzen Abend saßen wir auf der Couch und redeten. Über belanglose Dinge. Ich fragte nicht wieso er gekommen war, obwohl es mich brennend interessierte. Er sagte nichts zu meiner Liebeserklärung.
Ich ging hinauf um mich Bettfertig zu machen und legte mich darauf in mein  Bett.
Enttäuscht. Enttäuscht und müde, das war ich.
Ich war schon im Halbschlaf als er in das Zimmer kam und sich einfach zu mir ins Bett legte. Mit großen Augen starrte ich ihn an und er zog mich nur an seine Brust und flüsterte: "Ich liebe dich auch."
Arm in Arm schliefen wir ein. Glücklich und geborgen.
Es war das erste Mal, dass wir so einschliefen, aber ganz gewiss nicht das Letzte.

3 Kommentare:

  1. Hat ja rein gar nichst mit der Realität zu tun. >.>
    Beim Schluss bin ich mir allerdings noch unsicher. ._.
    Woher hast du das Sebastian Krämer Zitat?
    Recht hat er.
    Ich mag die Geschichte sehr. Die Handlung ist schlicht, aber die Emotionen nicht. (Yeah, Reimpower!)
    Und irgendwie beschreibt die Einleitung den Beginn eines normalen Ferientags meiner Wenigkeit. Bis auf die Tatsache, dass ich um halb neun austehe.
    Sehr gute Arbeit!

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  2. Meine liebe Fabchi woher willst du das den wissen :D
    Vielleicht gibt es da draußen irgendein Mädchen, bei der genau dass passiert ist :D
    Das Zitat habe ich aus dem Video Busfahrer.
    Danke, das ist so eine Fabchi-Geschichte :D Nichts als Emotionen. Kaum eine Handlung :D
    *verbeug*

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  3. Ich musste trotzdem immer an dein Haus und deinen Garten und dessen Ausblick denken. :D
    Das hat er in Busfahrer gesagt? Oo
    Stimmt, kam mir bekannt vor...
    Busfahrer was hast du da...dadada
    Verdammt, du hast Recht. xD
    Hör auf meinen Stil zu kopieren, du wirst noch von meinem Anwalt hören, Fräulein.
    Das ist alles patentiert!!

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